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Abnehmen mit 40 – Teil 4: Wie Hormone das Abnehmen beeinflussen

Du arbeitest daran, weitere Kilos abzunehmen, aber egal wie sehr du dich bemühst, du machst keinen Schritt in die richtige Richtung? Weder Bewegung, Diäten oder gesunde Mahlzeiten scheinen zu funktionieren. Dein Körper scheint ein Plateau getroffen zu haben. Deine Hormone können daran schuld sein.

Im 4. Teil der Serie "Abnehmen mit 40" geht es darum, wie Hormone dein Gewicht und das Abnehmen beeinflussen. Außerdem erfährst du, wie du die Hormone wieder "auf Null zurücksetzt".

Abnehmen mit 40 #4 - Wie Hormone das Abnehmen beeinflussen

Was machen Hormone mit deinem Körper?

Hormone steuern viele Funktionen in deinem Körper, von deinem Verhalten bis zum Immunsystem. Wie du denkst, handelst, motiviert bleibst und vor allem wie deine inneren Prozesse funktionieren, geht alles auf die guten alten Hormone zurück.



Und ja, sie haben auch die Kontrolle über deinen Gewichtsverlust.

 

 

Wenn du Probleme hast, Gewicht zu verlieren, solltest du mit einem Arzt darüber sprechen, um ein mögliches Hormonungleichgewicht auszuschließen. Mach dir keine Sorgen, es ist möglich, deinen Körper zurückzusetzen und diese hartnäckigen Hormone wieder in Gang zu bringen.

Was sind Hormone?

Hormone sind kleine Kontrolleinheiten in deinem Körper. Stell sie dir als kleine Hilfslieferanten vor, die wichtige Mitteilungen an alle Bereiche in deinem Körper ausliefern.

Hormone beeinflussen viele KörperfunktionenHormone...

  • kontrollieren deine Emotionen
  • koordinieren das Körperwachstum
  • rüsten bei Bedarf das Immunsystem auf
  • helfen vor der Geburt bei der Entwicklung der Körpersysteme
  • koordinieren den Stoffwechsel
  • Hormone koordinieren sogar Informationen zwischen Systemen, um sicherzustellen, dass alles ordnungsgemäß funktioniert.

Aber nicht alle Zellen werden von jedem Hormon beeinflusst. Hormone interagieren nur mit den Zellen, die Rezeptoren für sie haben. Es ist also in etwa so wie bei einem Magneten. Wenn du 2 Magneten richtig zusammenfügst, ziehen sie sich an. Wenn du aber versuchst, die Position von einem zu ändern, drücken sie sich gegenseitig ab.

Wodurch werden Hormonstörungen verursacht?

Endokrine Disruptoren sind Chemikalien, die den natürlichen Hormonzyklus beeinflussen können. Diese hinterhältigen Stoffe können vorgeben, ein Rezeptor für ein Hormon zu sein oder den Weg des Hormons völlig blockieren.

Als Folge geraten die betroffenen Körpersysteme außer Kontrolle und verursachen ein Hormonungleichgewicht.

Ein Hormonungleichgewicht kann auch durch einen ungesunden Lebensstil, wie zum Beispiel eine schlechte Ernährung oder mangelnde Aktivität auftreten. Leider können auch natürliche Körperveränderungen, die mit dem Altern auftreten, wie die Menopause, schuld sein an den hormonellen Veränderungen.

Wie Hormone den Gewichtsverlust beeinflussen

Offensichtlich haben Hormone viel Kontrolle über unseren Körper. Leider haben sie auch die Kraft, einen Gewichtsverlust zu verhindern, sobald sie vom Kurs abgekommen sind.

Hormone steuern alles, was zur Gewichtsabnahme führt: Sie beeinflussen den Stoffwechsel, die Menge an Muskelmasse, die man gewinnt, wie energetisch du dich fühlst...

Wenn das Abnehmen bei dir nicht klappt, ist es möglich, dass du ein hormonelles Ungleichgewicht hast, das einen oder mehrere dieser Körperprozesse beeinflusst.

Nehmen wir zum Beispiel Insulin. Wenn es darum geht, den Stoffwechsel in Schwung zu halten, ist es laut Healthline eines der wichtigsten Hormone. Ein Insulin-Ungleichgewicht - was bei Diabetes der Fall ist -  führt in deinem Körper zu einem Energieverlust, Gewichtszunahme, erhöhten Blutzuckerwerten...

Hormone werden durch Stress beeinflusst

Welchen Einfluss hat Stress auf Hormone?

Wenn du gestresst bist, wirst du feststellen, dass dir das Abnehmen schwerer fallen wird. Warum ist das so?

Stress kann Hormone, die für den effektiven Gewichtsverlust verantwortlich sind, hemmen. Stattdessen signalisiert Stress den falschen Hormonen, sich an die Arbeit zu machen.

Deine Hormone können sogar ungesunde Essgewohnheiten auslösen. Außerdem kann es zu ein Mangel an Energie kommen, der dich davon abhält, dich zu bewegen oder zu trainieren.

Wozu ein hormonelles Ungleichgewicht noch führen kann, zeigt diese Studie: Mäusen, bei denen ein bestimmtes Hormon im zentralen Nervensystem reduziert wurde, fraßen vermehrt fettreiche Nahrungsmittel und größere Portionen als üblich. Umgekehrt verloren die Mäuse die Vorliebe für fettreiches Essen, sobald sie das Hormon (GLP-1) verabreicht bekamen.

Welche Hormone beeinflussen das Gewicht?

Einige Hormone  haben die Fähigkeit, das Gewicht zu beeinflussen und zu einer Gewichtszunahme oder -abnahme zu führen. Eines davon hast du gerade schon kennengelernt.

GLP-1 (Glucagon-like Peptid 1)

GLP-1-Peptide sind kleine Einheiten von Aminosäuren, die unter anderem das Essverhalten regulieren. Das Peptidhormon wird sowohl im Dünndarm als auch im Gehirn abgesondert. Wenn es richtig arbeitet, verzögert es die Magenentleerung und reduziert das Hungergefühl. Deinem Gehirn wird durch das Hormon signalisiert, wann du satt bist.

Zum Glück kannst du die GLP-1 Produktion fördern. Indem du proteinreiche Nahrungsmittel wie Fleisch, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte, Quark und andere Milchprodukte zu dir nimmst, wird die GLP-1-Produktion  vermehrt angekurbelt.

Auch beim Glukosestoffwechsel spielt das Hormon eine wichtige Rolle. Es hilft dabei, den Blutzuckerspiegel zu regulieren und fördert die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse. Und damit sind wir bei einem weiteren wichtigen Hormon, dass dein Gewicht beeinflusst.

Insulin

Das Hormon Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse produziert. Glukose wird durch das Hormon aus dem Blut in die Zellen transportiert. Eine wichtige Funktion von Insulin ist es, anderen Zellen zu ermöglichen, Glukose in Energie zu verwandeln. In der Leber wird es auch als Glykogen zwischengespeichert.

Hormone - Obst statt KohlenhydratenWenn das körpereigene Insulin nicht mehr richtig funktioniert, spricht man von einer Insulinresistenz. Der Körper produziert dann immer mehr Insulin, welches einen erhöhten Fettaufbau begünstigt. Insulin ist nämlich nicht nur für den Blutzuckerspiegel verantwortlich, sondern auch für die Fettverbrennung. Dadurch nimmst du noch mehr zu. Dein Körper produziert dann noch mehr Insulin.

Diesem Teufelskreis kannst du entkommen, indem du darauf achtest, deinen Blutzuckerspiegel möglichst konstant zu halten. Blutzuckerspitzen und einen erhöhten Insulinspiegel kannst du vermeiden, indem du auf Weißmehlprodukte und andere einfache Kohlenhydrate sowie Süßigkeiten verzichtest. Stattdessen greife zu Vollkornprodukten, Gemüse und ballaststoffreichen Lebensmitteln.

Als erwiesen gilt es außerdem, dass regelmäßiger Sport den Insulinspiegel niedrig hält.

Cortisol

Cortisol ist ein weiteres Hormon, das durch Stress oder psychische Probleme übermäßig aktiv wird. Das lebenswichtige Stresshormon, das in der Nebennierenrinde gebildet wird, wirkt zum Beispiel entzündungshemmend, blutzuckerregulierend und steuert den Eiweiß- und Fettstoffwechsel. Cortisol ist verantwortlich für erhöhten Appetit, wenig Energie und sogar den Verlust an Muskelmasse.

Dein Gewichtsverlust kann also entscheidend durch einen erhöhten Cortisolspiegel verhindert werden.

In Stresssituationen wird im Körper vermehrt Cortisol gebildet, wodurch sich auch der Blutzuckerspiegel erhöht.  Das führt zu Heißhunger-Attacken, weil sich der Körper "auf schlechte Zeiten" vorbereiten will. Das kannst du verhindern, indem du regelmäßig kleine Mahlzeiten isst. Halte immer Obst, klein geschnittenes Gemüse oder ein paar Nüsse bereit, wenn der kleine Hunger kommt. Achte vor allem in stressigen Situationen darauf, nicht unkontrolliert zu essen.

Östrogen

Hormone - Bauchfett
Adobe Stock Foto

Ja, wir Frauen haben hier mal wieder einen entscheidenden Nachteil, denn Östrogene sind schließlich das, was uns ausmacht. Östrogene sind weibliche Geschlechtshormone, die in der Schwangerschaft eine wichtige Rolle spielen und den Menstruationszyklus steuern. Leider ist ein erhöhter Östrogenspiegel auch eine der Hauptursachen der Gewichtszunahme.

Unter anderem hat Östrogen nämlich auch die Aufgabe, den Insulinspiegel zu erhöhen. Wenn nun aber aufgrund einer Insulinresistenz die Produktion nicht gestoppt wird, lagert sich Glukose in Form von Fett im Gewebe ein. Vor allem in der Hüfte und am Bauch wird es schwer, Gewicht zu verlieren.

Welche 10 Tipps dir dabei helfen, am Bauch abzunehmen, erfährst du im Artikel Wie kann ich schnell am Bauch abnehmen.

Wie du Hormone wieder ins Gleichgewicht bringst

Also, was kannst du tun, um verrückt spielende Hormone zu bekämpfen und damit das Abnehmen wieder in Schwung zu bringen?

Du kannst deine Hormone wieder ins Gleichgewicht bringen und damit deinen Körper "zurücksetzen". Und das Beste dabei: Ein Arztbesuch ist bei der Wiederherstellung eines gesunden Hormonspiegels nicht erforderlich.

Was bedeutet es, deinen Körper zurückzusetzen? Es geht darum, ein gesundes Niveau der Hormone herzustellen, die das Gewicht regulieren. Das ist gar nicht so schwer. So funktioniert es:

1. Baue Stress ab

Finde Wege, dich zu entspannen. Stress ist die häufigste Ursache für hormonelle Ungleichgewichte. Das Problem dabei ist, dass dir gar nicht bewusst ist, dass sich Stress negativ auf dein Gewicht auswirkt, bis du 10 Kilo schwerer bist.

Nimm dir jeden Tag bewusste Auszeiten, um dein Stresslevel zu reduzieren. Das kann bei einem schnellen 10-minütigen Spaziergang in der Mittagspause oder bei einem warmen Bad nach der Arbeit passieren.

Aktive und passive Entspannungsmethoden eignen sich hervorragend zum Stressabbau und fördern zusätzlich deine Gesundheit.

2. Schlaf gut

Hormone - Schlaf gutWenn du regelmäßig zu wenig schläfst, reagiert der Körper darauf mit einer erhöhten Insulinproduktion und anderen Faktoren, die den Stoffwechsel stören.

Halte deinen Koffeinkonsum während des Tages im Blick, besonders abends vor dem Zubettgehen. Mindestens zwei bis drei Stunden, bevor du schlafen gehst, solltest du auf Kaffee, Cola, Tee und Schokolade - die alle Koffein enthalten - verzichten.

Mehr darüber erfährst du im 6. Teil der Serie. Wenn du informiert werden möchtest, sobald der Artikel erscheint, trag dich in die Newsletter-Liste unter dem Artikel ein. Dann erhältst du eine e-Mail, wenn der Artikel online ist.

3. Verzichte auf Kohlenhydrate (vorübergehend)

Eine Diät kann ein Hauptverursacher daran sein, dass du kein Gewicht mehr verlierst, selbst wenn du gesunde Nahrungsmittel isst. Obst erhöht zum Beispiel die Leptinproduktion. Leptin soll deinem Gehirn signalisieren, wenn du satt bist. Erhöhte Mengen des Hormons verringern aber dessen Wirksamkeit, was dazu führt, dass du viel mehr isst, als gut für dich und dein Gewicht ist.

Wenn du zu viele Kohlenhydrate, vor allem raffinierte und verarbeitete (also verpackte Lebensmittel, Brot, Zucker...) über einen längeren Zeitraum konsumierst, führt das in deinem Körper dazu, dass du Insulin-resistent wirst.

Um es kurz zu machen: Wenn du Insulin-resistent und nicht Insulin-empfindlich bist, kann dein Körper Nährstoffe nicht mehr effektiv verarbeiten. Dein Körper kann gutes und schlechtes Essen nicht mehr voneinander unterscheiden.

Das kannst du beheben, indem du auf Kohlenhydrate für eine gewisse Zeit verzichtest, bis deine Hormone die Chance haben, sich zurückzusetzen. Sie werden wieder Insulin-sensitiv. Dein Körper kann Lebensmittel wieder richtig verarbeiten.

Im 5. Teil der Serie geht es um die Entgiftung deines Körpers:
>> Abnehmen mit 40 - Teil 5: Detox – Wie entgifte ich meinen Körper

Fazit

Hormone spielen eine wichtige Rolle beim Abnehmen. Leider sind Frauen durch das weibliche Hormon Östrogen eindeutig benachteiligt. Aber auch andere Hormone beeinflussen die Gewichtszunahme.

Durch aktiven Stressabbau, guten Schlaf und ein gesundes Essverhalten kannst du deine Hormone aber wieder in die richtige Spur bringen.

Dann klappt es auch mit dem Abnehmen mit über 40.

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Wie Hormone das Abnehmen beeinflussen - Abnehmen mit 40#4

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